Geschichte der Feuerwehr Pennigbüttel

Nach einem Großbrand in Pennigbüttel wurde am 15.02.1900 im Dorf ein Feuerschutz gebildet, zu dem Hermann Havemeyer und Johann Otten als Geschworene gewählt wurden. Von der Gemeinde wurden ein Feuerhaken und eine Leiter angeschafft. Am 01.06.1900 wurden eine Druckspritze zum Preis von 550 Mark, 30 Meter Schlauch zu 60 Mark, sowie 4 Signalhörner und eine Staubdecke zu 20 Mark erworben.

Hauptmann wurde Friedrich Steen, seine Stellvertreter Martin Wehmann und Martin Müller. Christel Winters wird Spritzenmeister. Es handelt sich hier um eine Pflichtfeuerwehr, bei der der Dienst sehr ernst genommen wurde: Der Brandherd durfte nicht ohne Genehmigung des Hauptmanns verlassen werden. Verdienstausfall wurde jedoch bezahlt. Am 14.12.1907 wurde ein Ortsstatut für die Feuerwehr herausgegeben.

Im Juni 1911 stand die Feuerwehr neben den Kameraden aus Osterholz und Scharmbeck eine Woche ununterbrochen bei einem großen Moorbrand in Teufelsmoor Nr. 13 im Einsatz.

Am 15.08.1911 wird Hinrich Garbade neuer Hauptmann. Dieses Amt hat er bis Januar 1925 inne.

Auf einer Sitzung am 18.06.1913 beschloss die Gemeinde den Bau eines Spritzenhauses zum Preis von 1450 Mark. Die Einweihung und Überführung der Geräte erfolgte dann am 17.10.1913. Jeder Feuerwehrmann erhielt ein Zehrgeld von 60 Pfennig. Die Pflichtfeuerwehr bestand bis Januar 1925.

Am 30.01.1925 wurde vom Gemeindevorsteher Hinrich Wehmann eine Versammlung durchgeführt, auf der die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr beschlossen wurde. Kreisbrandmeister Wilhelm Torbohm und Stellvertreter Wilhelm Saade waren hier auch anwesend.

Alle anwesenden 35 Männer traten der Wehr bei. Das erste Kommando setzte sich aus folgenden Männern zusammen:

ObersteigerFriedrich Flathmann
1. ZugführerHinrich Steeneck
2. ZugführerMartin Luttmann
SchriftführerJohann Nehring

1925 wird auch eine zweite Spritze angeschafft. Bürgermeister Cord Kattenhorn, Ernst Luttmann und Hinrich Garbade vereinbarten den Kauf von der Gemeinde Hemelingen.

Die Freiwillige Feuerwehr Pennigbüttel hatte in den nächsten Jahren harte Bewährungsproben zu bestehen, Brandstifter sollen in vielen Fällen tätig gewesen sein.

Im Dezember 1927 brannte das Wohn- und Wirtschaftsgebäude von H. Böttjer in Wiste. Tiefer Schnee und Kälte behinderten die Löscharbeiten. Am 20.08.1928 brennt die Scheune des H. Steeneck ab. Am 28.11.1928 brennt die große Scheune von Menke, Wiste.

Am 21.12.1928 brennen 2 große Strohmieten bei H. Tietjen in Wiste. Die Feuerwehr greift hier nicht ein, da die Gemeinde Wiste ihrer Zahlungsverpflichtung von 25 Mark, die für jeden Einsatz an Pennigbüttel zu zahlen sind, bisher nicht nachkam.

Am 27.12.1928 brennt dann die Scheune H. Böttjer, Wiste. Im Dezember 1930 brennt die Seedorfsche Mühle ab. Im Jahre 1931 brennt noch die Scheune von Böttjer in Wiste. Dann hat sich die Brandwelle in Wiste gelegt.

Die Pennigbütteler Wehr musste oft bei Bränden in Nachbargemeinden tätig werden. Da in den Gemeinden Freißenbüttel, Sandhausen und Teufelsmoor noch keine Wehren bestanden, wird am 01.09.1935 ein Feuerlöschverband gegründet. 1935 wird Hinrich Tietjen Wehrleiter. 2 Jahre später übernimmt Johann Tietjen aus Wiste die Wehr, die er bis 1941 leitet.


Inzwischen war 1939 der 2.Weltkrieg ausgebrochen. Um den Brandschutz zu gewährleisten, wurden eine Frauen- und Jugendgruppe aufgestellt. Diese Gruppen bewährten sich dann ganz besonders als Brandbomben auf Pennigbüttel fielen. Von den in Brand geratenen Gebäuden brannten nur die Häuser Garbade und Wätjen ab. Aber auch bei den Brandbombenbränden in Teufelsmoor Nr. 1, 6 und 8 war unsere Wehr im Einsatz.

Bis zum Jahre 1942 taten immer noch die beiden Handdruckspritzen ihren Dienst. 1942 kam dann die erste Motorspritze: eine Meyer-Hagen, die in einem Tragkraftspritzenanhänger untergebracht war. Dieser wurde von einem alten Hansa-LKW gezogen.

Von 1941 – 46 war Ludwig von Oehsen Wehrführer. Dann übernahm Johann Wendelken die Wehr bis 1949. Anschließend wurde Friedrich Steen Nachfolger. Da die Feuerwehr ihren LKW verloren hatte, mussten die Pferde wieder ran.

Im Jahre 1952 übernahm Hermann Flathmann die Wehr, die er bis 1979 ununterbrochen führte. Ebenfalls im Jahre 1952 wurde dann ein alter Rote-Kreuz-Wagen angekauft, der zu einem Mannschaftswagen umgebaut wurde. Hiermit begann ein neuer Aufbau der Wehr.

Am 25.02.1956 konnte dann ein neues LF 8 auf Opel Blitz in Dienst gestellt werden. 1957 wurde das Kreisfeuerwehrverbandsfest in Pennigbüttel gefeiert.


Der Neubau des Gerätehauses an der Neuendammer Straße konnte am 04.10.1958 eingeweiht werden. Eine neue Tragkraftspritze TS 8/8 wurde 1960 angeschafft.

Ein sehnlicher Wunsch der Wehr ging am 25.08.1972 in Erfüllung: An diesen Tag erhielt die Feuerwehr Pennigbüttel ihr zweites LF 8, ein Mercedes-Benz 408 mit Ziegler-Aufbau. Dazu wurde für die häufigen Moorbrände eine TS 2/5 beschafft.


Durch die Gebietsreform 1974 ging die Freiwillige Feuerwehr Pennigbüttel in die Freiwillige Feuerwehr Osterholz-Scharmbeck – Ortsfeuerwehr Pennigbüttel- auf. Aus dem Gemeindebrandmeister wurde nun der Ortsbrandmeister.

1979 übernahm Adolf Gerken das Kommando über die Ortsfeuerwehr. Im November 1979 konnte dann das TLF 8 (W), ein Mercedes-Benz Unimog 1300 L mit Schlingmann-Aufbau, übernommen werden. Im selben Jahr wurde die Altersabteilung gegründet.

1985 erfolgte eine Erweiterung des Feuerwehrhauses: es wurde eine Fahrzeughalle angebaut und in den alten Stellplätzen ein Schulungsraum eingerichtet.

Nach nahezu 16 Amtsjahren übergab Adolf Gerken 1995 die Leitung der Ortsfeuerwehr an Gustav Poppe.

Im März 1998 wurde ein neues LF 8 in Dienst gestellt, ein Iveco Eurofire 75 E 14 mit Magirus-Aufbau. Das alte Fahrzeug übernahm die Jugendfeuerwehr Osterholz-Scharmbeck.

Schließlich konnte im Juli 2000 das 75-jährige Jubiläum der Ortsfeuerwehr Pennigbüttel gefeiert werden.

Am 30.06.07 endete auch die Zeit als Ortsbrandmeister für Gustav Poppe und Jörg Höllger übernahm die Amtsgeschäfte.

In 2011 gelang es der Ortswehr erstmalig die Stadtpokalwettbewerbe als Sieger zu verlassen.